GRUNDEINKOMMEN?
BEDINGUNGSLOS!

STELLEN SIE SICH DAS MAL VOR!

SYMPOSIUM

ÜBER DIE GRENZEN
UND MÖGLICHKEITEN
EINER UTOPIE

16. September 2017

EVANGELISCHE DIAKONISSENANSTALT

ROSENBERGSTRASSE 40
70176 STUTTGART

Teilnehmer

Anna Sophie Brüning

Anna Sophie Brüning (Referentin)

Anna Sophie Brüning studierte zunächst Geige und Klavier in Hannover, Freiburg und Chicago. Die mit diversen Preisen ausgezeichnete Künstlerin begann ihre Laufbahn als stellv. Konzertmeisterin des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck. Parallel dazu studierte sie Dirigieren an der Musikhochschule Leipzig und war 5 Jahre Stipendiatin des „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrats.

2003 wurde sie von Daniel Barenboim engagiert, das erste palästinensische Sinfonieorchester aufzubauen und zu leiten. Sie lebte und arbeitete einige Jahre im Nahen Osten und konzertierte mit Orchestern in Palästina, Israel und Jordanien.

Als Dirigentin arbeitete sie mit zahlreichen renommierten Sinfonie-Orchestern (Düsseldorfer Symphoniker, Brandenburger Symphoniker, Stuttgarter Kammerorchester, Nordwestdeutsche Philharmonie u.a.) und stand als Operndirigentin am Pult des Nationaltheaters Mannheim, der Komischen Oper Berlin, des Staatstheaters Hannover und des Landestheaters Innsbruck. Von 2012 bis 2015 war sie als als 1. Kapellmeisterin am Landestheater Coburg tätig.

In Zusammenarbeit mit der Autorin und Regisseurin Paula Fünfeck und dem Musikverlag Boosey&Hawkes hat sie drei Opern-Pasticcios, bzw. Neufassungen von Opern für Familien herausgegeben, die an Opernhäusern in ganz Europa gezeigt werden und in vier Sprachen übersetzt wurden.

Das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ beschäftigt sie seit vielen Jahren, insbesondere in seinen möglichen Auswirkungen auf die Theater-und Orchesterlandschaft.

Sie lebt mit ihrer Familie in Hannover.

Philip Kovce

Philip Kovce (Referent)

1986 in Göttingen geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Alumnus der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des Studienkollegs zu Berlin, Mitglied des "Think Tank 30" des Club of Rome und schreibt als freier Autor für Presse und Rundfunk. Seine Texte erschienen u.a. in der "ZEIT", der "FAZ" und der "Süddeutschen Zeitung".

Prof. Dr. Bernhard Neumärker

Prof. Dr. Bernhard Neumärker (Referent)

Prof. Dr. Bernhard Neumärker, 54, ist Direktor der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Albert‐Ludwigs‐Universität Freiburg. Der Ökonom ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Forschungs‐ und Lehrschwerpunkte sind soziale Gerechtigkeit, ökonomische Logik wirtschaftspolitischer Reformen, Macht‐ und Konfliktanalyse sowie ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Neben dem Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigt er sich gegenwärtig vertieft mit der Akzeptanz nachhaltiger Beleuchtungssysteme, Landraub in der dritten Welt und TTIP.

Seine Lehre und Forschung sieht sich dem Humboldtschen Bildungsideal der Einheit von Forschung und Lehre. Kernkompetenz der Abteilung ist die Erweiterung, Zusammenlegung und Modernisierung des traditionellen Ordoliberalismus nach Eucken und der herkömmlichen konstitutionellen Ökonomik nach Buchanan hin zu einem „Neuen Ordoliberalismus“. Dafür werden moderne Lehren der Machtund Konfliktökonomik, der ökonomischen Theorie sozialer Gerechtigkeit und der Politischen Ökonomie von Reformen beforscht, gelehrt und zunehmend in ein Konzept des „Neues Ordoliberalismus“ integriert.

Integrierende Grundlage bildet dazu die ökonomische und politischphilosophische Sozialvertragsforschung. Damit dienen Forschung und Lehre im Gegensatz zum Mainstream der Wirtschaftswissenschaften der Fortentwicklung der Normativen Ökonomik, deren Grundregeln und –prinzipien im sozialvertraglichen Verhaltens‐ und Entscheidungsmodell endogenisiert werden.

Seit seiner Gründung im Jahre 2010 werden durch das Social Contract Laboratory (SoCoLab) diese theoriebildenden Aktivitäten durch Sozialvertragexperimente geprüft und unterstützt. Erfolgreiche Seminare im SoCoLab behandelten die Themen der gesellschaftlichen Wahl von Prinzipen der Verteilungsgerechtigkeit, des Einflusses sozialer Immobilität auf gerechte Umverteilung und verfassungsmäßige sowie sozial gerechte Optionen des Bedingungsloses Grundeinkommens.

In letzter Zeit ist als weiterer Forschungsschwerpunkt die ökonomische Nachhaltigkeitsforschung hinzugekommen, die um die oben angeführten Themenfelder zu einer ordnungspolitischen Nachhaltigkeitsökonomie und nachhaltigen Ordnungspolitik angereichert werden soll.

Susanna Wiest

Susanna Wiest (Referentin)

Bekanntheit erlangte Susanne Wiest, „bisher politisch unauffällige Tagesmutter“, als sie 2008 eine Petition für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in Höhe von 1500 Euro für Erwachsene und 1000 Euro für Kinder bei gleichzeitiger Einstellung von Transferleistungen und Subventionen formulierte und beim Deutschen Bundestag einreichte. Ihre Motivation beschrieb sie folgendermaßen: „Um nun allen Bürgern ein würdevolles Leben zu gewährleisten, erscheint mir die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ein guter Lösungsweg.“

Zwei Tage vor Silvester 2008/2009 wurde die Petition vom Petitionsausschuss akzeptiert und ins Internet gestellt. Wiest stieß damit eine öffentliche Diskussion an. Die Petition wurde von 52.973 Befürwortern mitgezeichnet. Dabei brach zum ersten Mal seit Einführung der Online-Petition im Jahr 2009 der Server des Bundestags zusammen. Deshalb wurde die Abstimmungsfrist um eine Woche verlängert. Die Welt schrieb: „die Idee [wird] zu einer wahren Bürgerbewegung – und Wiest zum Kopf der Szene.“ Zum Thema Panik um den Job: Muss der Staat uns alle retten? war sie im März 2009 Gast in der Sendung Menschen bei Maischberger.

Bei mehr als 50.000 Unterschriften muss der Petitionsausschuss den Hauptpetenten persönlich anhören. Die Anhörung fand am Montag, den 8. November 2010, statt. Der Zulauf bei der Anhörung in Berlin war so groß, dass man in einen größeren Saal umziehen musste. Die Anhörung wurde im Parlamentsfernsehen übertragen. Im Petitionsausschuss erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Ralf Brauksiepe, dass die Bundesregierung ein Grundeinkommen ablehnt, da sie die damit verbundene „völlige Umstrukturierung des Steuer-, Transfer- und Sozialversicherungssystems“ für falsch halte. Susanne Wiest kämpfte „unverdrossen weiter für das Grundeinkommen“. Der Vorgang wurde erst 2013 abgeschlossen mit der Empfehlung des Petitionsausschusses an den Bundestag, die Petition abzulehnen.

Im Online-Dialog mit Angela Merkel vom 1. Februar bis 15. April 2012 über die „drei Leitfragen des Zukunftsdialogs“ gehörte Susanne Wiests Beitrag Sichere finanzielle Grundlage für jede(n) - bedingungsloses Grundeinkommen zu den zehn am besten bewerteten Vorschlägen.

Zur Bundestagswahl 2009 trat Susanne Wiest als parteilose Einzelbewerberin im Bundestagswahlkreis Greifswald – Demmin – Ostvorpommern an und erreichte dort 1,2 Prozent der Erststimmen. 2011 beantragte sie nach eigenen Angaben die Mitgliedschaft in allen im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Piratenpartei. Zur Bundestagswahl 2013 wurde sie von der Aufstellungsversammlung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern der Piratenpartei auf den Listenplatz 1 gewählt.

Am 26. März 2017 wurde Susanne Wiest in Berlin in der Mitgliederversammlung der Partei zur Vorsitzenden der Bündnis Grundeinkommen gewählt.

Götz W. Werner

Götz W. Werner (Grußwort)

Jahrgang 1944, ist Gründer und inzwischen Aufsichtsrat von dm-drogerie markt. 1973 eröffnete er den ersten Markt in Karlsruhe. Inzwischen arbeiten europaweit mehr als 55.000 Menschen bei dm. Götz W. Werner ist Mitglied mehrerer Aufsichtsräte und Beiräte national und international operierender Unternehmen. Von 2003 bis 2010 war er Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmertum (Entrepreneurship) an der Universität Karlsruhe. Bis heute ist er Gastprofessor an der Alanus Hochschule.

Für seine betont antiautoritäre Unternehmensführung, die Schaffung zahlreicher Arbeits- und Ausbildungsplätze und sein soziales Engagement wurde Götz W. Werner mehrfach ausgezeichnet: Mit dem Verdienstorden 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, dem Deutschen Gründerpreis, dem Erich Fromm-Preis und vielen anderen Ehrungen.

Mit seinem Buch „Einkommen für alle“ hat Götz W. Werner 2006 eine Diskussion über ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) für jeden Bürger entfesselt. Es folgten weitere Bücher und Essays. Heute wird des Thema europaweit in allen gesellschaftlichen Schichten diskutiert. Auf der Internetseite www.unternimmdiezukunft.de ist sein Engagement für das BGE ausführlich dokumentiert.

In seiner Biographie "Womit ich nie gerechnet habe" blickt Götz W. Werner auf seinen Lebensweg zurück. Jüngst erschienen ist sein Buch „Sonst knallt’s!“, das er zusammen mit den Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik verfasst hat. Die Autoren erläutern darin, warum eine Neuordnung unseres Steuer-, Sozial- und Finanzsystems dringend nötig ist und zeigen Wege auf, wie wir mit einem bedingungslosen Grundeinkommen endlich jedem ein menschenwürdiges Leben ermöglichen können.

Dr. Michael Zeiss

Dr. Michael Zeiss (Moderation)

Dr. Michael Zeiß, Jahrgang 1951. Er war bis 2014 Fernseh-Chefrdakteur beim Südwest-rundfunk in Stuttgart. Er ist weiterhin als Journalist und Moderator zu den Themenbe-reichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tätig. So leitete er zusammen mit dem SWR-Journalisten Wieland Backes die Diskussion „Das Duell“ zwischen dem Minister-präsidenten Winfried Kretschmann und seinem Herausforderer Guido Wolf vor den Landtagswahlen Baden-Württemberg 2016. Michael Zeiß moderiert die regelmäßige Gesprächsrunde Neuer Montagskreis im Theaterhaus Stuttgart. Außerdem ist er im Koordinatorenteam des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach aktiv. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und einen Enkel.

Programm/Ablauf

10.30 – 11.00 UhrAnkommen und Akkreditierung
11.00 – 11.15 Uhr1. Kulturimpuls
Sandra Hartmann (Gesang), Domingos Costa (Piano)
11.15 – 11.30 UhrGrußwort durch Götz W. Werner
11.30 – 11.45 UhrBegrüßung durch den Vorstand „Kulturimpuls Grundeinkommen e.V.“ und Erklärung des Tagesablaufs
11.45 – 12.00 UhrKaffeepause und Austausch
12.00 – 12.15 Uhr2. Kulturimpuls
Sandra Hartmann (Gesang), Domingos Costa (Piano)
12.15 – 13.30 UhrVier Impulsreferate à 10 Minuten durch die Referenten.
Kurze anschließende Podiumsöffnung mit Moderation.
13.30 – 14.20 UhrMittagspause und Austausch
14.20 – 14.30 Uhr3. Kulturimpuls
DIO & NAO
14.30 – 16.30 UhrDrei parallel stattfindende Workshops mit Moderation
Themenbereiche:
  • Kinder: Zwischen prekärem Alltag und erhoffter Zukunft
  • Rentner: Zwischen AIDA und Altersarmut
  • Künstler: Zwischen Freiheit und Gewerkschaften
Was könnte ein Bedingungsloses Grundeinkommen für diese Personenkreise bedeuten?
16.30 – 17.00 UhrSnackpause und Austausch
17.00 – 18.00 UhrZusammenfassung – Abschlusspodium mit Moderation
18.00 – 19.30 UhrAusklang mit kulturellem Background (Scott Roller und Roderik Vanderstraeten, Musik)
19.30 UhrEnde der Veranstaltung